Schülerakademie Torgelow

Erfahrungsbericht

Multinationale Schülerakademie in Torgelow 2013

Zwei Wochen lang hatte ich im Anschluss an die Sommerferien diesen Jahres die Gelegenheit, an der Multinationalen Schülerakademie im Schloss Torgelow bei Waren an der Müritz teilzunehmen. Nach einer Bewerbung bei der Deutsche Schülerakademie Gemeinnützige Stiftung GmbH samt Empfehlung von der Schule, die dafür gefordert war, entschied ich mich für einen Kurs aus dem diesjährigen Programm, der im August stattfinden sollte, und war einige Wochen später, als Bestätigungsmail und –brief für den Kurs T.2 – „Künstliches Leben“ in die Postkästen flatterten, schon voller Vorfreude. Das Konzept der Multinationalen Akademie in Torgelow sah vor, dass die Teilnehmenden zu gleichen Teilen aus fünf Ländern zusammenkommen – neben Deutschen hatten sich auch Polen, Esten, Litauer und Letten in den Kurs eingeschrieben; auf dem Plan stand neben wissenschaftlichem Arbeiten auch der kulturelle Austausch.
Dieser Gesichtspunkt trug zu einem gewissen Unbehagen meinerseits bei, da ich mir nicht sicher war, wie die Kommunikation mit den anderen funktionieren sollte; dazu war ich von den angepriesenen akademischen Ansprüchen ein wenig verunsichert. All diese Bedenken waren jedoch schon am Abend des Anreisetages vergessen. Beladen mit meinem Gepäck kam ich am Mittag am „Privaten Internat Schloss Torgelow“ an und traf dort schon auf die anderen Deutschen, die aus dem ganzen Bundesgebiet angereist waren. Wenig später entlud der ankommende Bus die Teilnehmer, die aus dem Ausland nach Mecklenburg zur Schülerakademie kamen. Die sofort gesellige Atmosphäre setzte sich in den Vorstellungen der Akademie- und Kursleiter fort, die kurz darauf im Audimax der Schule stattfand. Als wir uns im Anschluss daran in den Kursen zusammengefunden hatten und so die ersten persönlichen Kontakte hinter uns gebracht hatten, sprach man schon fast wie mit alten Bekannten.
Die folgenden zweieinhalb Wochen waren dann schwerpunktmäßig der Kursarbeit gewidmet. Auch hier war meine Verunsicherung völlig unberechtigt. Die einleitenden Referate, die wir im Vorfelde für die Akademie vorbereitet hatten, verhalfen zu einem Blick auf die Themen, mit denen wir uns weiterführend befassen wollten; anregende Diskussionen in der Gruppe machten jede Kurseinheit zu einer interessanten Arbeitssitzung in angenehmem Klima. Unsere beiden Kursleiter, Doktoranden aus Bremen und dem Vereinigten Königreich, leiteten den Kurs tadellos, machten Präsentationstraining mit uns und gingen auf Themenwünsch unsererseits ein, auch wenn sie nicht vollkommen dem Konzept entsprachen. So befassten wir uns in 16 Tagen nicht nur mit der Evolutionstheorie Darwins, Zellulären Automatismen, Sozialverhalten und Schwarmintelligenz, sondern auch mit Robotik, Prothetik und ethischen Fragen.
Doch war meine Zeit in Torgelow kein reines Arbeitsprogramm, in dem wir strikt auf ein vorher festgelegtes Ziel hingearbeitet haben. Zwischendurch hatten wir die Möglichkeit, über die sogenannten „KüAs“, kursübergreifende Angebote, an verschiedensten Aktivitäten teilzunehmen, die die Akademie- oder Kursleiter oder auch Teilnehmer organisiert hatten. So gab es Tanzkurse zu belegen, ein Chor kam zustande, Musikunterricht war im Angebot, es konnte Badminton gespielt werden, Fußball, Basketball, Jogging, Schwimmen im See, Rudern auf dem See, Fotografie-Begeisterte trafen sich, eine Akademie-Nachrichtenredaktion wurde spontan auf die Beine gestellt, es konnte Kuchen gebacken werden und noch viel mehr. Unterwegs gipfelten diese Aktivitäten immer wieder in großorganisierten Events, wie einem Indiaca-Turnier der Kurse samt Cheerleading-Contest oder der großen Abschlussfeier im Partykeller des Internats.
Der Fairness halber muss jedoch auch gesagt werden, dass eine gewisse Motivation von uns erwartet wurde. Ob nun die Präsentation der Arbeitsergebnisse vor dem Kurs oder den anderen Teilnehmern in der „Rotation“ am Ende der zweiten Woche, Debatten auf der Bühne des Audimax oder die berüchtigte Dokumentation am Ende der 16 Tage – herausnehmen aus der Arbeit konnte sich keiner.
Dennoch hat mir die Akademie nicht nur eine Menge an Wissen und interessanten Einblicken in Bereiche, die ich vorher nicht einmal kannte, mit auf dem Weg gegeben, sondern auch Freundschaften schließen lassen, die mich fast wehmütig an die zweieinhalb Wochen mitten im Niemandsland zurückdenken lassen. Ich hatte wirklich eine schöne Zeit und wirklich Spaß an dem, was wir dort gemacht haben; das war alle Anstrengungen wert. Jedem, der die Chance hat, an einem solchen Programm teilzunehmen, rate ich, sie zu nutzen und ich wünsche mir, dass möglichst viele mir Nachfolgende künftig diese Gelegenheit haben werden. Es war eine unvergessliche Zeit, auch in Zukunft werde ich wohl noch zu Nachtreffen gehen und mit vielen Teilnehmern stehe ich noch im Kontakt. Ich danke den Lehrern, die sich dafür eingesetzt haben, dass ich meine Gelegenheit nutzen konnte und ich danke der Schulleitung, dass sie der Beurlaubung dafür stattgegeben hat: Danke, dass ich all das erfahren durfte.
Maximilian, 13. Jahrgang

Maximilian nahm im Schuljahr 2013/14 an der Schülerakademie teil.