Begabtenförderung

…Wer ist denn hier begabt…?

Jeder Mensch verfügt über eine Begabungsmischung mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Man spricht von besonderer Begabung oder Hochbegabung, wenn Kinder oder Jugendliche in bestimmten Bereichen ihrer geistigen Entwicklung ihren Altersgenossen wesentlich voraus sind. Das bedeutet z.B., dass diese Kinder und Jugendlichen in bestimmten Situationen intellektuelle Problemstellungen schneller verstehen und durchdenken können. Ihr Denken ist ganzheitlich und „gut vernetzt“, was sich in guten Lösungsstrategien zeigen kann, auch wenn diese manchmal von den gängigen (oder von den Lehrern erwarteten) Lösungswegen abweichen.

Besondere Begabungen

Ein begabungsfördernder Unterricht kann das besondere Potenzial einzelner Schüler/innen insofern wecken, als diese in bestimmten Lernsituationen, bei besonderen Themen und Inhalten oder bei weiterführenden Fragestellungen über sich selbst hinauswachsen. Weil wir am Gymnasium Kaltenkirchen in vielen Schüler/innen besondere Potenziale entdecken können, werden sie in unterschiedlicher Weise gefördert; nicht nur, wenn eine durch einen IQ-Test diagnostizierte Hochbegabung vorliegt. Darum sprechen wir im Alltag meist von „besonders begabten“ Kindern und Jugendlichen, wenn diese uns im schulischen Kontext als „besonders“ aufgefallen sind, auch wenn uns die Höhe ihres Intelligenzquotienten nicht bekannt ist. Auch ein einmal als hochbegabt getestetes Kind muss nicht zwangsläufig, gerade wenn der Test schon vor längerer Zeit durchgeführt worden ist, in allen intellektuellen Bereichen sehr hohe Potenziale besitzen. Trotzdem möchten wir diesen Kindern und Jugendlichen an unserer Schule die Möglichkeit geben, an den jeweils passenden Förderangeboten teilzunehmen.

Warum müssen Begabte in der Schule überhaupt gefördert werden?

Schülerinnen und Schüler, die über hohe intellektuelle Begabungen verfügen, erbringen nicht automatisch gute oder sehr gute schulische Leistungen. Häufig können sie aus unterschiedlichen Gründen in der Schule nicht zeigen, was in ihnen steckt, zum Teil wissen oder ahnen sie nicht einmal selbst, dass sie über ein hohes Potenzial verfügen. Aber auch für die „sehr guten“ Schülerinnen und Schüler ist Schule nicht zwangsläufig ein angenehmer Ort. Immer wieder werden sie ausgebremst, müssen warten, bis die anderen so weit sind wie sie, langweilen sich bei Wiederholungsaufgaben etc.
Damit aus solchen „Lernbiografien“ kein Scheitern an Schule insgesamt wird und damit alle Kinder und Jugendlichen ihre Potenziale entdecken und als positiv erleben können, gibt es am Gymnasium Kaltenkirchen vielfältige Förderangebote im Rahmen der Begabtenförderung, die besondere Herausforderungen bieten:
Zunächst kann schon ein individualisierter und differenzierender Unterricht viele Bedürfnisse von „schnell“ Lernenden befriedigen, so dass sie innerhalb ihrer Lerngruppe genügend Herausforderungen und Motivation erleben können.
Darüber hinaus können im Drehtürmodell diejenigen, die dafür von ihren Lehrer/innen empfohlen werden, den vormittäglichen Unterricht zeitweise verlassen, um an eigenen Projekten zu arbeiten.
Für eine individuelle Lernberatung der besonders Begabten oder als hochbegabt Getesteten stehen Frau Eggers, Frau Lehmann-Willenbrock, Frau Packeiser und Frau Schäffer als Beratungslehrkräfte für Begabtenförderung zur Verfügung.
Zudem gibt es die SHiB-Schülerpaten (ab Klasse 9), die sich um jüngere Begabte und deren Bedürfnisse „nach mehr“ individuell kümmern.
Das Enrichment-Programm hingegen bietet zusätzliche Kurse an, die am späten Nachmittag oder am Wochenende stattfinden.
Einzelne Schülerinnen und Schüler werden jedes Jahr für die Teilnahme an Schüler-Akademien empfohlen, die in den Ferien Einblicke in universitäres Arbeiten bieten.
Manchmal ist auch das Überspringen einer ganzen Klassenstufe für schnell lernende Schülerinnen und Schüler eine gute Option, um wieder neue Herausforderungen zu erleben oder auch ein Teilspringen, bei dem nur in einem Fach oder in einzelnen Fächern in einer höheren Klassenstufe am Unterricht teilgenommen wird.